15 Sehenswürdigkeiten im Rechteck Freyung – Renngasse – Wächtergasse – Tiefer Graben

Wollen wir uns kurz die Füße vertreten? Machen wir eine kleine Runde durch vier Gassen des Palaisviertels und schauen wir uns 15 Sehenswürdigkeiten des Viertels an.

Freyung und Renngasse
Wir beginnen unseren Spaziergang am nord-westlichen Ende Freyung, wo die strahlend gelbe Fassade des Schottenstifts Sonne ins Gemüt bringt. Links gilt es die imposante Architektur das Palais Daun-Kinsky zu bestaunen. Die Freyung hinunter sehen wir auch das Palais Harrach und das Palais Ferstel, deren Charme wir bei unseren Erkundungstouren in Sachen Mode und Kulinarik bereits verfallen sind. Gut, dass wir gerade einen Rundgang machen, denn hier kann man sich am Ende unserer Tour gerne nach Herzenslust verwöhnen.

Wenn wir das Glück haben, ein Auto die Freyung in Richtung Am Hof hinunterfahren zu hören, lauschen wir genau. Denn der Klang von Autoreifen auf dem Pflaster hier klingt ganz besonders. Die großen Granitsteine nennt man den Wiener Würfel. Extra groß, extra schwer – und zwar aus gutem Grund. Hatte man doch Angst, dass im Fall von Revolutionen die Steine aus dem Boden gerissen und damit randaliert werden würde. Nun, der Wiener Würfel ist so schwer, dass man sich selbst in großem Zorn gegen die Herrschenden lieber etwas anderes zu werfen sucht. Wir spazieren weiter am Austriabrunnen vorbei und biegen dann links in die Renngasse ein. Hier stehen imposant der Verfassungsgerichtshof an der Nummer 8 und das Palais Schönborn-Batthyány an der Nummer 4. Ein kurzer Besuch bei Kokoo Lifestyle für ein paar Wohnaccessoires gefällig?

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© Veronika Fischer
Der Verfassungsgerichtshof befindet sich in der Renngasse 8.



Wächtergasse und Tiefer Graben
In der Renngasse 10 fesseln die modernen City-Apartments unseren Blick – ein bisschen Miami-Beach-Feeling mitten im 1. Vor dem Gebäude biegen wir rechts ein, um dort die steilen Stiegen in der Wächtergasse hinunter zum Tiefen Graben zu nehmen. Linker Hand sehen wir gleich die Hohe Brücke, deren Vorgängerbrücke bereits zur Römerzeit über den hier fließenden Ottakringer Bach führte. Kurz vor der Brücke kann man das Boutique-Hotel Das Tigra an der Adresse Tiefer Graben 14-20. Spannend an dem Häuserkomplex ist, dass die vormals unabhängigen Häuser Ende der 1980er Jahre in das Hotel eingebunden wurden, die Fassade aber immer noch den Eindruck einzelner Häuser zulässt. Und in einem dieser Häuser – nämlich an der Nummer 18 – erinnert eine kleine Gedenktafel links vom Haupteingang des Hotels an einen berühmten Bewohner der Adresse: W. A. Mozart.

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© Veronika Fischer
Das Tigra am Tiefen Graben


Musikalisch wird es auch am Tiefen Graben 8-10 zugegangen sein, als Ludwig van Beethoven hier von 1815 bis 1817 wohnte. Das Mosaik an der Hausmauer des Neubaus ist weit auffälliger als der vorher gefundene Hinweis zu Mozart.

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© Veronika Fischer
Das Mosaik von Leopold Christian Pfeffer gibt Aufschluss über den vielleicht berühmtesten Bewohner des Vorgängerhauses.


Gleich daneben steht das Haus mit der Nummer 6 – die es allerdings nur in der Theorie trägt. Das sogenannte Schmale Haus hat auf der Seite des Tiefen Grabens keinen Haupteingang, sondern ist von der Vorderseite – nämlich Am Hof 8 – erreichbar. Man erkennt es auf der Am-Hof-Seite dank der markanten Farbe und dem Schriftzug Kattus-Haus.


Heidenschuss und zurück zur Freyung
Wir kommen vom Tiefen Graben auf die Kreuzung von der Freyung, Am Hof und der Strauchgasse. An dieser Kreuzung fällt uns im Laufe unserer kleinen, gleich folgenden Observierung ganz bestimmt ein weiteres absolut typisches Innenstadtgeräusch auf: Das Klappern der Hufe der Fiakerpferde, deren „kleine Runde“ vom Stephansplatz durch die Rotenturmstraße über den Hohen Markt in die Tuchlauben, dann durch die Steindlgasse über den Schulhof über Am Hof und von dort eben in die Strauchgasse führt.

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© Veronika Fischer
Ein typisches Bild in der Strauchgasse. Vielleicht eines, das bald der Vergangenheit angehört, denn die Wiener Fiakerfahrt sorgt seit Jahren für Kontroverse.


Das Eckhaus der Strauchgasse ist das Montenuovopalais, das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Der osmanische Reiter mit erhobenem Säbel wurde erst im Zuge der Errichtung des Palais angebracht. Die Bezeichnung Heidenschuss wurde aber bereits 1365 erwähnt. Details dazu – insbesondere welcher Brauch sich aus der ganzen Saga für die Bäckerszunft ergab – kann man im Wien Geschichte Wiki unter Heidenschuss nachlesen.

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© Veronika Fischer
Der osmanische Reiter schwingt seinen Säbel an der Fassade des Montenuovopalais.


Unter dem Schatten des Baumes an der Kreuzung lässt sich in Ruhe die Entscheidung über die nächste Etappe des Tages treffen: Auf zum (vergleichsweise großen) Rundgang zu den kleinsten Gassen des Palaisviertels oder lieber eine kleine Pause in einem der vorhin erwähnten Lokalen im Palais Harrach oder im Palais Ferstel machen? The choice is yours. Das Palaisviertel freut sich in jedem Fall, Schauplatz schöner Erinnerungen zu werden.
Bitte Verlinkung zum Blogpost „Klein, fein und mitten im Palaisviertel“ hinter Rundgang zu den kleinsten Gassen des Palaisviertels hinterlegen.
Alle Geschäfte, Lokale und Dienstleistungsunternehmen, denen wir auf dem Weg begegnet sind, haben wir auf der Übersichtsseite des Palaisviertels zusammengestellt. Noch mehr Erzählungen und Spaziergänge im Palaisviertel gibt es in unserer Blogpost-Sammlung des charmanten Viertels im 1. Bezirk.

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